SOS Bargeld in den Kirchbacher Berichten Winter 2023

In der neuesten Ausgabe (Winter 2023) der Kirchbacher Berichte wurde der folgende Artikel von Elisabeth Weiß veröffentlich:

Gastkommentar bei Andreas Unterberger

Im Blog von Andreas Unterberger wurde ein neuer Gastkommentar von Elisabeth Weiß veröffentlicht. Andreas Unterberger war Chefredakteur bei der Wiener Zeitung und Presse und betreibt heute einen politischen Blog mit vielen interessanten Artikeln.

Sie können den Gastkommentar mit dem Titel „Das Bargeld muss das alleinige gesetzliche Zahlungsmittel bleiben“ unter folgendem Link lesen:

https://www.andreas-unterberger.at/2023/11/das-bargeld-muss-das-alleinige-zahlungsmittel-bleiben/

SOS Bargeld in den KIRchbacher Berichten

In der neuesten Ausgabe (Herbst 2023) der Kirchbacher Berichte wurde der folgende Artikel von Mag. Elisabeth Weiß veröffnentlicht:

Wir ohne Bargeld

Am 1. September 2023 erschien der folgende Gastkommentar von Mag. Elisabeth Weiss im Blog Andreas Unterbergers Tagebuch

Wir ohne Bargeld – Gesellschaft ohne Bargeld

„Das Bargeld wird nicht abgeschafft“, versichern uns Vertreter von EU, EZB und Teilen der Politik. Wie glaubhaft sind diese Beteuerungen?

Der Beitritt Österreichs zur EU war mit guten Vorsätzen gepflastert wie „Niemand hat vor, den Schilling abzuschaffen“ oder „Jeder Österreicher erspart sich durch den Beitritt 1.000 Schilling“ oder später „Kein Land haftet für die Schulden eines anderen Landes“ oder „Die EZB hält den Euro bei etwa 2 Prozent Inflation halbwegs stabil“.

Ja, im EU-Vertrag ist Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel ausgewiesen. Der Entwurf der EU-Kommission Ende Juni sieht die Einführung eines Digitalen Euros vor. Dieser soll mit dem Bargeld auf dieselbe gesetzliche Stufe gestellt werden.

Brauchen wir den Digitalen Euro?

Etwa 70 Prozent der Österreicher bezahlen trotz der Propaganda von großen Finanzdienstleistern („Bargeld ist schmutzig, enthält Krankheitserreger“) mit Bargeld. Damit das so bleibt und auch bleiben kann, braucht es Geschäfte und Unternehmen, die Bargeld annehmen, braucht es an jedem Ort Bankomaten, um einfach an Bargeld zu kommen und braucht es Menschen und Unternehmer, die Bargeld verwenden.

Digitale Bezahlformen sind zwar vor allem auf Reisen und im Internet bequem, nicht immer funktionieren diese. Die gebührenverrechnenden Zahlungsvermittler Visa, Mastercard und andere sind die „Torhüter“ jeder digitalen Zahlung. Wenn diese die Zahlung ablehnen, kommt das Geschäft nicht zustande. Zahlungen könnten künftig verweigert werden, wenn zum Beispiel der CO2-Fußabdruck nicht stimmt. Mit dem Digitalen Euro wird auch die EZB zum „Torhüter“: Banken und Finanzdienstleister sollen für die EZB die Konten der Bürger „verwalten“.

Alles läuft über einen elektronischen Zugriff auf eine riesige Datenbank. Dieses System erlaubt keine direkte Beschwerde, programmierte und jederzeit umprogrammierbare Anleitungen werden mechanisch und emotionslos ausgeführt. Ein Blackout, eine Systemstörung oder sogar ein willkürlicher Eingriff einer Behörde über einen nicht rechenschaftspflichtigen, zwischengeschalteten Geldvermittler kann zum völligen Versagen führen. Digitale Zahlungen machen die Menschen weltweit verwundbar für Hackerangriffe. Der Diebstahl von Bargeld ist örtlich begrenzt, bei digitalem Geld funktioniert das Stehlen weltweit.

Bargeld ist gedruckte Freiheit. Bargeld belässt uns einen Ausweg vor dem wachsenden Netz digitaler Konzerne und bewahrt unsere Privatsphäre vor Neugierde durch staatliche und überstaatliche Institutionen. Es schützt die regionalen Unternehmen, die nicht die gigantische Größe von globalen Unternehmen erreichen können. Mit Bargeld können wir frei, selbstverantwortlich und anonym bezahlen. Wir brauchen keinen Vermittler, der Gebühren verlangt. Wir holen in der Regel Bargeld von der Bank bzw. Bankomaten, der Bargeldausgang erscheint auf unserem Konto, ab diesem Zeitpunkt ist die Leine zur Bank, zum Zahlungsdienstleister und zur Zentralbank durchtrennt.

Das Bargeld wandert anonym von Mensch zu Mensch, von Mensch zu Unternehmen, von Unternehmen zu Unternehmen, von Unternehmen zu Mensch, lagert im Tresor und kehrt irgendwann als Einzahlung zurück in eine Bank und wird wieder zu verbuchtem digitalem Geld. Bargeld verkörpert die Wahlfreiheit, wie wir noch ohne Obergrenze bezahlen. Es bildet ab, was uns Menschen als einzigartige, zugleich sehr unterschiedliche Wesen ausmacht. Bargeld ist ein marktwirtschaftliches Instrument mit der Fähigkeit, „kapitalistische“ wie totalitäre Auswüchse zu begrenzen und diese selbstbestimmt in die Schranken zu weisen.

Wir sind für Bargeld! Digitales Geld ist fremdbetreutes Wir und braucht einen Mittler. Das ist zwar sehr bequem, aber es macht uns unfrei, abhängig und krisenanfällig. Bezahlen Sie bar zum Schutz der Privatsphäre und Freiheit!

SOS Bargeld auf Servus TV

Am 20. Juli 2023 nahm Mag. Elisabeth Weiss für SOS Bargeld an der ServusTV Sendung Talk im Hangar-7 teil. Das Thema: Bargeld vor dem Aus: Droht die absolute Überwachung?

https://www.servustv.com/aktuelles/v/aah5epil5p63q2shvzqw/


„Nur Bares ist Wahres: Davon ist die Mehrheit der Österreicher überzeugt. Immerhin 65 bis 70 Prozent aller Transaktionen in Österreich werden laut Nationalbank nach wie vor in bar abgewickelt. Doch seit der Pandemie ist das Zahlen mit Karte auf dem Vormarsch. Wer das nicht will, hat es zunehmend schwer. So akzeptieren etwa zwei Supermarkt-Filialen in der Innsbrucker Innenstadt nur mehr Kartenzahlung – eine Entwicklung, die in skandinavischen Ländern längst Alltag ist.

Gleichzeitig geht die Zahl der Bankomaten immer mehr zurück, und die EU hat die Weichen für den „Digitalen Euro“ gestellt. Ausgegeben von der Europäischen Zentralbank soll die digitale Geldbörse über Karte, Handy oder Smartwatch in drei bis vier Jahren das Bezahlen in der Eurozone revolutionieren. Ein Schritt in Richtung einer moderneren und effizienteren Welt – oder die Aushebelung der Freiheits- und Bürgerrechte? Was bedeutet das für Menschen ohne Zugang zu digitalen Zahlungsarten? Wie ändert das unseren Umgang mit Geld? Und wer schützt unsere Privatsphäre? Die Gäste bei Michael Fleischhacker: Elisabeth Weiß von der Bürgerinitiative „SOS Bargeld“ kämpft gegen eine schleichende Abschaffung des Bargelds und sagt: „Es gibt ein Recht auf ein analoges Leben“; Kevin Hackl vom Digitalverband Bitkom ist von den Vorteilen des digitalen Bezahlens überzeugt, nicht zuletzt bei der Bekämpfung von Steuerhinterziehung, Korruption und Geldwäsche; der Finanz-Experte und Publizist Markus Krall dagegen warnt, mit der Einführung einer digitalen Währung erlange der Staat die vollständige Kontrolle über unser Leben; der Wiener Unternehmer Thomas Urbanek trägt einen Payment-Chip unter der Haut, mit dem er an jeder Supermarkt-Kassa bezahlen kann; die Wirtschaftspsychologin Julia Pitters ist überzeugt: Bargeld löst im Gehirn den gleichen Reiz aus wie Drogen oder Sex.“Nur Bares ist Wahres: Davon ist die Mehrheit der Österreicher überzeugt. Immerhin 65 bis 70 Prozent aller Transaktionen in Österreich werden laut Nationalbank nach wie vor in bar abgewickelt. Doch seit der Pandemie ist das Zahlen mit Karte auf dem Vormarsch. Wer das nicht will, hat es zunehmend schwer. So akzeptieren etwa zwei Supermarkt-Filialen in der Innsbrucker Innenstadt nur mehr Kartenzahlung – eine Entwicklung, die in skandinavischen Ländern längst Alltag ist.

Gleichzeitig geht die Zahl der Bankomaten immer mehr zurück, und die EU hat die Weichen für den „Digitalen Euro“ gestellt. Ausgegeben von der Europäischen Zentralbank soll die digitale Geldbörse über Karte, Handy oder Smartwatch in drei bis vier Jahren das Bezahlen in der Eurozone revolutionieren. Ein Schritt in Richtung einer moderneren und effizienteren Welt – oder die Aushebelung der Freiheits- und Bürgerrechte? Was bedeutet das für Menschen ohne Zugang zu digitalen Zahlungsarten? Wie ändert das unseren Umgang mit Geld? Und wer schützt unsere Privatsphäre? Die Gäste bei Michael Fleischhacker: Elisabeth Weiß von der Bürgerinitiative „SOS Bargeld“ kämpft gegen eine schleichende Abschaffung des Bargelds und sagt: „Es gibt ein Recht auf ein analoges Leben“; Kevin Hackl vom Digitalverband Bitkom ist von den Vorteilen des digitalen Bezahlens überzeugt, nicht zuletzt bei der Bekämpfung von Steuerhinterziehung, Korruption und Geldwäsche; der Finanz-Experte und Publizist Markus Krall dagegen warnt, mit der Einführung einer digitalen Währung erlange der Staat die vollständige Kontrolle über unser Leben; der Wiener Unternehmer Thomas Urbanek trägt einen Payment-Chip unter der Haut, mit dem er an jeder Supermarkt-Kassa bezahlen kann; die Wirtschaftspsychologin Julia Pitters ist überzeugt: Bargeld löst im Gehirn den gleichen Reiz aus wie Drogen oder Sex.“

Quelle: ServusTV

Verdrängt der Digitale Euro das Bargeld?

Der folgende Artikel wurde in der Sommerausgabe 2023 der Kirchbacher Berichte veröffnetlicht: https://www.kirchbacher-berichte.com/archiv

Europäische Zentralbank (EZB) und EU planen die Einführung eines Digitalen Euros
mit Start eines Pilotprojekts im Oktober 2023.

Die EZB begründet ihren Vorstoß mit dem veränderten Zahlungsverhalten der Menschen. Gleichzeitig beteuert sie, dass das Bargeld erhalten bleibt. Alleiniger Auftrag der EZB ist der Erhalt des Geldwertes. Wirtschaftspolitik oder ein Green New Deal sind nachrangig. Wirtschafts-, Finanz und Sozialpolitik ist Aufgabe gewählter Regierungen und Politiker, nicht der EZB.

Der Digitale Euro soll die Digitalisierung der europäischen Wirtschaft sowie die Unabhängigkeit der EU fördern. Er soll den Zulauf zu digitalen Währungen ausländischer
Zentralbanken oder privater Anbieter stoppen. Er soll als „neuer Kanal“ für geldpolitische Impulse dienen, beispielsweise Negativzinsen oder Helikoptergeld. Während Negativzinsen die Ersparnisse verringern, wirkt „Helikoptergeld = geschenktes Geld“ zwar verlockend, langfristig aber inflationär.

Durch den Digitalen Euro erhofft sich die EZB, ein Instrument für eine effiziente Abbuchung bzw. Auszahlung von allen Konten der Bürger zu bekommen. Der Digitale Euro wird als alternativlos dargestellt. Das politische Ziel der „Digitalisierung um jeden Preis“ wird medial positiv gestaltet.

Um die Rahmenbedingungen für die Digitalisierung des Euros – die notwendige Energie- und Cybersicherheit bereitzustellen – hinkt die Politik meilenweit hinterher. Doch das Bargeld wird geschwächt. Der Digitale Euro wäre offiziell wie Bargeld unser Eigentum. Wo haben wir direkten Zugriff? Im Gegensatz zum Bankkonto, das bis 100.000 Euro über die Einlagensicherung abgesichert ist, bleibt die digitale Geldbörse bei einer Bankpleite unangetastet.

Dieser Vorteil trügt, denn in die digitale Börse werden nur 3.000 Euro passen. Damit wird ein digitaler Bank Run im Falle einer Pleite verhindert. Lohnt sich der Aufwand dafür? Gäbe es nicht günstigere Varianten, um Wettbewerb und Stabilität zu gewährleisten?

EZB-Präsidentin Christine Lagarde will den Digitalen Euro neben Bargeld zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel machen. Die Lücke im Europäischen Vertrag ist bereits gefunden. Wenn mit dem Digitalen Euro bezahlt werden kann, muss Bargeld nicht mehr akzeptiert werden. Der Digitale Euro verdrängt damit das Bargeld.

Doch nur Bargeld garantiert anonymes Bezahlen. Datenschutz und Privatsphäre sind in der digitalen Welt stark gefährdet. Bargeld ist sicher und stärkt die regionale Wirtschaft. Der Verlust durch Diebstahl ist regional begrenzt, der Digitale Euro kann weltweit durch Cyberkriminalität gestohlen werden.

Wir brauchen Bargeld als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel, als Anker in einer zunehmend digitalisierten Welt. Ein Digitaler Euro darf das bisherige Zahlungssystem nur ergänzen.

Daher mein Appell an alle Bürgermeister und Gemeinderäte: Sichern Sie die Bargeldversorgung in Ihren Gemeinden für die Bürger!

Mein Aufruf an alle Menschen: Seien Sie weniger bequem, bezahlen Sie möglichst oft mit Bargeld!

Mag. Elisabeth Weiß
www.sos-bargeld.com

Sitzung Finanzausschuss am 09.05.2023 – Volksbegehren zur Uneingeschränkten Bargeldzahlung

Das von 530.938 Menschen unterschriebene Volksbegeheren für Uneingeschränkte Bargeldzahlung von Josef Binder und Sabine Hatzl wurde am 09.05.2023 im Finanzausschuss des Österreichischen Parlaments behandelt.

Da keine eine Live Übertragung durch das Paralament gestellt wurde, finden Sie hier einen vollständigen Videomitschnitt der Diskussion.

Vielen Dank für Ihre Unterstüzung des Volksbegehrens mit Ihrer Unterschrift.