Digitaler Euro – überflüssig wie ein Kropf

In der neuesten Ausgabe (Sommer 2025) der Kirchbacher Berichte wurde der folgende Artikel von Elisabeth Weiß veröffentlich.

Digitaler Euro – überflüssig wie ein Kropf
Die EZB und die EU-Kommission arbeiten
an einer gesetzlichen Grundlage für die
Einführung eines Digitalen Euros, der
noch dieses Jahr beschlossen werden soll.
Noch 2018 hielt das heute zuständige
EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta
die Einführung eines Digitalen Euros für
überflüssig. Heute kann es der EZB und
der EU-Kommission nicht schnell genug
gehen. Während sich USA und Kanada
von einer Einführung eines digitalen
Geldes verabschieden, folgt die EZB den
totalitären Staaten Russland und China,
die weit fortgeschritten digitales Geld
einsetzen werden. Ein Schelm, wer Böses
denkt!?!
Offiziell trägt die Kosten für den Digitalen
Euro das Eurosystem (EZB) „selbst“. Das
klingt einmal gut.
Die EZB will für Zahlungen mit dem Digi-
talen Euro keine Gebühren berechnen. Die
Kosten für Eröffnung und Kontoführung
eines Digitalkontos für Private haben die
Geschäftsbanken zu tragen. Dort konkur-
rieren aber die Konten für den Digitalen
Euro mit den bankeigenen Konten. Dies
lässt eine Erhöhung der Kontoentgelte der
Geschäftsbanken erwarten.
Wenn Kunden ihr Geld auf das Digital-
konto umschichten, hat die Bank dieses
Geld nicht mehr zur Verfügung. Dadurch
entstehen den Geschäftsbanken Kosten für
die erforderlichen Refinanzierungskredite,
was sich negativ auf die Kreditvergabe
auswirken könnte. Die Zinskosten für die
Banken steigen so um etwa 40 Mrd. Euro
jährlich bei 3.000 Euro Obergrenze auf je-
dem Digitalkonto (Studie Prof. Bofinger).
Der Privatwirtschaft entstehen durch die
parallele Infrastruktur für die Abwicklung
der Zahlungen, das Kontensystem mit dem
Digitalen Euro und den laufenden Betrieb
hohe Kosten.
Auf den Handel kommen einmalige und
regelmäßige Kosten zu: Umrüstungsko-
sten, Wartung, Lizenzgebühren, Gebühr
für Zahlungsdienstleister. Für den Handel
soll es im Gegensatz zu Bargeld einen
Annahmezwang für den Digitalen Euro
geben.
Betrieb und Sicherung des IT-Systems
wegen Cyberkriminalität werden viel
kosten. Trotzdem bleibt immer noch ein
großes Risiko durch weltweit organisierte
und von bestimmten Staaten unterstützte
Verbrecher.
Zusammengefasst, bedingt der digitale
Euro eine zusätzliche Infrastruktur im
Banken- und Finanzbereich. Das ist mit
gewaltigen gesamtwirtschaftlichen Kosten
einschließlich eines hohen Energiebedarfs
für Digitalgeld verbunden. Diese Kosten
müssen am Ende von Unternehmen und
Bürgern getragen werden: höhere Kre-
ditkosten, geringere Einlagenzinsen und
höhere Kosten für Kontenführung.
Es gibt jetzt schon viele digitale Bezahl-
möglichkeiten. Der Digitale Euro ist über-
flüssig. Die Österreichische Nationalbank
stellt dankenswerterweise in ländlichen
Gebieten, wo die Banken verschwunden
sind, 120 Bankomaten für vorerst 5 Jahre
zur Verfügung. Bargeld ist wichtig.
Wer frei ist, ist reich! Ohne Freiheit kein
Wohlstand! Bezahlen Sie, so oft es möglich
ist, in BAR. Bargeld darf nicht verdrängt
werden. Bargeld gehört in die Verfassung,
Privatsphäre und Datenschutz sind ein
hohes Gut. Eine freie Gesellschaft muss
Bargeld schützen und erhalten.

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