Bargeld ist analog

In der neuesten Ausgabe (Herbst 2024) der Kirchbacher Berichte wurde der folgende Artikel von Elisabeth Weiß veröffentlich.

Freiheit ist analog. Bargeld
gewährleistet uns persönliche
Freiheit.
Hat Geld das Bankkonto
verlassen, wandert dieses
Bargeld vollkommen anonym
von Mensch zu Mensch oder
an einen Bargeld-Automaten.
Bargeld ist analog: Es liegt in
physischer Form vor und wird

durch mechanische Mittel über-
tragen. Die Privatsphäre bleibt

durch Nutzung von Bargeld
gewahrt. Die Sicherheit liegt in
der Person des Bargeldnutzers.
Diebstahl, Betrug oder Verlust
sind regional eingegrenzt.
Digitales Geld ist virtuell, es ist
nicht greifbar. Die Übertragung
von digitalem Geld erfolgt
digital über Kassensysteme,

Computer, Handy oder Ban-
ken und Finanzdienstleister.

Es braucht einen Vermittler
und eine Datenbank. Digitales
Geld, wie staatliches digitales

Zentralbankgeld (CBDC- Cen-
tral Bank Digital Currency),

private Kryptowährungen, Gi-
roüberweisungen, Kreditkarten

oder Debitkarten hinterlassen
immer gespeicherte Spuren.
Digitales Geld schränkt die

Privatsphäre ein. Digitale
Sicherheit kostet. Diebstahl,
Betrug und Cyberkriminalität
sind weltweit möglich.
EZB und EU arbeiten an der
Einführung eines Digitalen

Euro als „zusätzliches“ ge-
setzliches Zahlungsmittel.

Der Digitale Euro soll die
bestehenden Zahlungsmittel

ergänzen. Während Bargeld ei-
nige Unternehmen nicht mehr

annehmen wollen (hier beruft
man sich auf Vertragsfreiheit),
soll für den Digitalen Euro eine
Annahme im Handel plötzlich
gesetzlich verpflichtend sein.

Der Aufbau der Parallel-
struktur zu Bargeld für den

Digitalen Euro bedingt enorme

Zusatzkosten. Alleine die Ein-
führung des Digitalen Euro

verursacht für die EZB Kosten
von 1.200 Millionen Euro.
Hinzukommen für jede Bank

mindestens zweistellige Millio-
nenbeträge. Zu den laufenden

Kosten des Digitalen Euro gibt
es noch keine Schätzungen. Es
ist davon auszugehen, dass
die Aufrechterhaltung der
Internetinfrastruktur und die

Gewährleistung der Cybersi-
cherheit jährlich viele Millio-
nen verschlingen werden.

Damit der Wurm dem Vogel
schmeckt, soll der Digitale Euro
für die Menschen „kostenlos“
sein, so wie bei der Einführung
auch das Giro-Gehaltskonto
kostenlos war. In einer von
der ÖNB in Auftrag gegebenen

Studie der WU für die notwen-
dige Akzeptanz des Digitalen

Euro in der Bevölkerung soll
mit materiellen Anreizen für

Erstanwender und Gamifica-
tion (volkstümlich Brot und

Spiele) gearbeitet werden. Da-
zu passt, dass der Minister für

Arbeit und Wirtschaft, Martin
Kocher, dem ÖNB-Gouverneur
Dr. Holzmann nachfolgen soll.

Kochers Forschungsschwer-
punkte an der Universität

waren Verhaltensökonomik,
Experimentelle Ökonomik,
Ökonomische Psychologie. Die
Verachtung von oben für uns
Bürger ist spürbar, doch über
530.000 Unterschriften im
Volksbegehren für das Bargeld
dürfen nicht ignoriert werden.

Bezahlen Sie wo möglich im-
mer bar!

Mag. Elisabeth Weiß

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